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Wie alles begann...

Es war im November 1989. Ich saß in der Nacht vom 09. auf den 10.11.1989 für meinen damaligen Arbeitgeber, einem deutschen Ferienhausveranstalter, bei den Katalogarbeiten für die Saison 1990. Bei ihm war ich damals für die Entwicklung des Sommerprogramms zuständig. Während einer Katalogproduktion kam es ganz normal zu Abend- und Nachtschichten; die Unterlagen mussten termingerecht in die Druckerei. Doch ich konnte mich kaum auf die Arbeit konzentrieren; im Radio liefen die Meldungen über die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze. Die Nachrichten überschlugen sich, es war unglaublich. Kann das überhaupt wahr sein? Tausende Gedanken jagten durch meinen Kopf und ich merkte bald, dass Weiterarbeiten keinen Zweck hatte. Ich musste jetzt ans Fernsehen, um die Entwicklungen dort weiter zu verfolgen.... Dieser Tag und diese Nacht werden unvergessen bleiben – ein historischer Tag in der deutschen Geschichte! Mehr im Spaß sagte ich am nächsten Tag zu meinem damaligen Chef, „Wir haben noch ein paar Seiten im Katalog frei. Sollten wir nicht Rügen mit ins Programm nehmen?“ Seine verblüffte Antwort: „Du bist verrückt“. Nein, aber ich erinnerte mich daran, dass meine Mutter, die als Kind in den 30er Jahren mit Kindergruppen im Ostseebad Sellin gewesen war, mir immer wieder von diesen tollen Urlauben und den fantastischen Stränden erzählt hatte. Das war in meinen Erinnerungen geblieben. Ich stellte meinem Chef diese Frage in den Folgemonaten noch häufiger mit dem Ergebnis: 1991 hatten wir die ersten Angebote auf Rügen in unserem Sommerkatalog.

1991/1992 dann die Entscheidung für die Selbständigkeit. Ich wollte den „Urlaub im Ferienhaus/Ferienwohnung auf Rügen“ selber mitentwickeln. Dieses Angebot gab es im Prinzip nicht. Die alten Urlaubsstrukturen in der ehemaligen DDR waren völlig anders, es stand ein großer Wandel an. In der Gemeinde Lancken-Granitz eröffneten wir im Juli 1992 unser erstes Büro „Manfred Sander Ferienwohnungen“. Der damalige stellvertretende Bürgermeister Herr Golle, den ich durch die Arbeit bei meinem alten Arbeitgeber bereits recht gut kannte, half bei der Gründung entscheidend mit. Ich konnte im Gemeindehaus ein Büro anmieten, das leer stand. Aber noch viel entscheidender war, dass wir das Telefon und den Telefonanschluß der Gemeinde Lancken Granitz mit benutzen konnten. Was nutzten uns Anzeigen in deutschen Tageszeitungen (wie z.B. die Süddeutsche, Hamburger Abendblatt, Sächsische Zeitung und den Berliner Zeitungen u.a.), wenn man uns telefonisch gar nicht erreichen konnte. Das ist für viele Menschen heute im Zeitalter des I-Phones und bereits unvorstellbar, jedoch gab es im Jahr 1992 so gut wie keine Mobiltelefone und Rügen war ein einziges Funkloch. Auf einen Festnetzanschluss wartete man auch im Jahr 1992 noch Monate. Also waren wir dankbar, dort in Lancken-Granitz beginnen zu können. Es war eine gegenseitige Hilfestellung. In vielen Gesprächen mit Herrn Golle habe auch ich versucht, meine Erfahrungen aus dem Geographiestudium an der Universität Münster und von meiner bisherigen Arbeit in die touristische Entwicklung des Ortes mit einfließen zu lassen.

Nun stellte sich mir die Frage: „Wie kommst du an gute, qualifizierte und loyale Mitarbeiter?“ Herr Golle gab mir einen Tipp: „Sprich Frau Doris Damp an. Die hat einige Erfahrungen und ist eine kompetente, nette Frau“. Gesagt, getan. Wir trafen uns auf den Umzugskisten im neuen Büro, hatten zwei Vorstellungsgespräche und dann wurde Frau Damp fest eingestellt. Diese Ost-West-Beziehung hat von Anfang an absolut gut und vertrauensvoll funktioniert. Frau Damp ist nunmehr in der 20. Saison Büroleiterin für Rügen von Sander Touristik.

Unser erstes Programm war den Möglichkeiten entsprechend einfach und begrenzt. Wir freuten uns wahnsinnig über unseren ersten dünnen Katalog mit „Ferienhäusern und Ferienwohnungen auf Rügen “ im Jahr 1993. Nach Öffnung der Grenze begannen auf Rügen erst einmal die großen Bauarbeiten, die die Insel Rügen bis Ende der 90er Jahre kennzeichneten. Im Ostseebad Binz konnten in der Hauptsaison gleichzeitig bis zu 20 Baukräne gezählt werden. Die ersten neuen gebauten und sanierten Objekte kamen 1993 ins Programm z.B. Ferienhaus Möwe und das Fischerhaus, beide in Lancken-Granitz. 1994 folge dann das „Haus Sanssouci“, ein ehemaliges Altenheim in Binz, und 1995 das „Min Hüsung“, ein ehemaliger Kindergarten in Binz. Das Altenheim und der Kindergarten bekamen neue, schöne Unterkünfte und wir konnten jedes Jahr weitere, neu gebaute bzw. sanierte Ferienwohnungen anbieten. Unser Schwerpunkt der Angebote verlagerte sich immer mehr in die Ostseebäder Binz und Sellin. Daher war die Verlegung des Büros von Lancken-Granitz nach Binz im Jahre 1995 die logische Konsequenz. In den Folgejahren konnten wir in Binz dann kontinuierlich unser Angebot ausbauen und bieten mittlerweile unseren Gästen zahlreiche Häuser im bekanntesten Ostseebad von Rügen in den besten Lagen an.

Mitte der 90er Jahre wurde dann noch eine alte Idee von mir umgesetzt: Neben unserem Rügen-Angebot entwickelten wir unser „Finca-Urlaubs-Angebot auf Mallorca“. „Das passt doch nicht zusammen, Rügen und Mallorca“, waren einige Kommentare. Doch es passt sogar sehr gut zusammen! Beide Inseln zeichnet eine fantastische Vielfalt der Natur aus. Mallorca hat neben den doch kleinen Bereichen (im Bezug auf die gesamte 3500 qkm große Insel), die vom Massentourismus gezeichnet sind, eine einzigartige Landschaftsvielfalt mit Bergen weit über 1000 m, endlosen Sandstränden und verträumten kleinen Badebuchten. Mallorca wird zu Recht die „grüne Insel im Mittelmeer“ genannt. Der Regen in den Wintermonaten verwandelt die Insel im Frühjahr in eine wahre Blütenpracht, besonders bekannt ist die „Mandelblüte“.

Diese zwei Standbeine der Firma „Sander Touristik GmbH“ brachten auch einige Vorteile und halfen Krisen zu überwinden. Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001“ brachen die Flugreisen ein und das Mallorca-Geschäft ging stark zurück; wir waren froh, Rügen im Programm zu haben. Im Jahr 2006, von Februar bis Juni, brachten die Meldungen über die Vogelgrippe auf Rügen für den Tourismus sehr starke Einbrüche. Sehr viel Kunden hatten Angst, stornierten oder blieben fern. In dieser Phase half unser Mallorca-Programm.

In den Jahren seit 2000 änderte sich darüber hinaus auch das Marketing in der Touristik und eigentlich verändert sich mit der Verbreitung des Internets die gesamte Touristik in Deutschland und Europa. Die alte „Pauschalreise“ ist inzwischen ein Auslaufmodell, denn der Kunde möchte ganz individuell reisen. Nicht an festgelegte Zeitryhthmen gebunden sein und z.B. seine Fluggesellschaft selber buchen. Wir haben uns diesen Veränderungen frühzeitig gestellt. Die individuellen Wünsche und auch die Zufriedenheit unserer Kunden stehen an oberster Stelle und bestimmen die Programmgestaltung. Und auch wir mussten uns der Schnelllebigkeit in der Touristik stellen. Ein Reisekatalog entspricht nicht mehr den Anforderungen. Das Internet erlaubt die ständige Aktualisierung der Belegungsdaten einer Wohnung, die schnellstmögliche Ergänzung bei baulichen Veränderungen oder auch die kurzfristige Aufnahme neuer Objekte. Im Jahr 2003 haben wir unseren letzten „Papier-Katalog“ für die Saison 2004 gedruckt.

Wir sind immer an kritischen Rückmeldungen unserer Gäste interessiert. Sollten Sie Verbesserungsvorschläge oder Wünsche haben, dann teilen Sie es uns bitte mit. Neu seit dem Jahr 2011 ist unsere Seite von Sander Touristik auf „facebook“ (www.facebook.com/SanderTouristik). Dort können Sie positive Urlaubseindrücke und Empfehlungen für andere Kunden notieren, aber auch natürlich Kritik.
Im Jahr 2017 feierten wir unser 25 jähriges Firmenjubiläum. Auch in Zukunft werden wir die Zufriedenheit unserer Gäste in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen. Über 50 % Stammkunden sind für uns eine große Verpflichtung.
Zum Schluss möchte ich, Manfred Sander (Geschäftsführer Sander Touristik GmbH), Ihnen einen schönen und erholsamen Urlaubsaufenthalt auf Rügen wünschen!

Binz im April 2017